Programm des Internationalen Filmfestes Braunschweig im Jubiläumsjahr


19. Oktober 2016: Internationales Filmfestival Braunschweig gibt Programm bekannt

 Brendan Gleeson ist der Stargast des 30. Internationalen Filmfestival Braunschweig (7.-13. November). Das Festival ehrt den irischen Schauspieler für seine herausragenden darstellerischen Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur mit der „Europa“. Den mit 15.000 Euro dotierten Preis stiftet Volkswagen Financial Services. Am Samstag, 12.11., 15 Uhr wird Gleeson zunächst dem Filmkritiker Daniel Kothenschulte (Frankfurter Rundschau) im Filmgespräch Rede und Antwort stehen bevor er am Abend im Staatstheater „Die Europa“ entgegennimmt.

Im Publikumswettbewerb für europäische Debüt- und Zweitfilme präsentiert das Festival zehn Produktionen aus neun Ländern, darunter neun deutsche Premieren. Den Preis von 10.000 Euro stiftet Filmfestival-Hauptsponsor Volkswagen Financial Services.

Eine Jury aus sechs jungen Deutschen und Französinnen vergibt den KINEMA-Jugendpreis für den besten Debütfilm aus Deutschland oder Frankreich.

Das Festival vergibt darüber hinaus drei neue Preise: Hauptsponsor Volkswagen Financial Services unterstützt den „Schwarzen Löwen“, den mit 2.500 Euro dotierten Preis für den besten Film der „Beyond“-Reihe. Der „Weiße Löwe“ geht an den schottischen Filmkomponisten Patrick Doyle für sein Lebenswerk. Mit den „Goldenen Vier Linden“ zeichnet das Festival den besten Preis der „Heimspiel“-Reihe aus. Die Preisverleihung findet statt am 12. November, 19 Uhr im Großen Haus des Staatstheaters Braunschweig.

Aus Anlass des Shakespeare-Jahres eröffnet das Festival mit dem Filmkonzert „Henry V“ aus dem Jahr 1944 in der Regie von Laurence Olivier mit der Musik von William Walton. Es spielt das Staatsorchester Braunschweig unter der Leitung von Helmut Imig und in Begleitung des KonzertChor Braunschweig, einstudiert von Matthias Stanze. Das Konzert wird unterstützt von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.

Insgesamt zeigt das Festival an sechs Tagen über 344 Filme – 134 Lang- und 210 Kurzfilme aus über 50 Ländern darunter 48 Deutschlandpremieren – sowie 40 Musikvideos, fünf Filmkonzerte, zwei Tagungen sowie weitere Veranstaltungen und Partys.

Weißer Löwe für das Lebenswerk eines Filmkomponisten an Patrick Doyle
Patrick Doyle, Komponist von „Thor“, „Cinderella“, „Bridget Jones“, erhält als erster Preisträger für sein Lebenswerk den „Weißen Löwen“. Das BIFF widmet dem Schotten eine Retrospektive mit acht Filmen. Am 10.11. spielt Doyle mit dem Staatsorchester im Schloss die deutsche Premiere seines Stummfilmkonzerts „It – Das Gewisse Etwas“, eine charmante Liebeskomödie von 1927. Das Konzert wird unterstützt von der Stiftung zur Förderung der Musikkultur. Außerdem ist Doyle im Filmgespräch mit Oscar-Nominee Gary Yershon am 12.11. zu erleben.

Take Five: Die Filmkonzerte
Das Festival präsentiert so viele Filmkonzerte zu Stummfilm-Meilensteinen wie nie zuvor: Nach dem Filmkonzert „Henry V“ mit dem Staatsorchester Braunschweig zur Eröffnung folgt das Musikprojekt COLORIST, dass am Mittwoch 9.11., 19 Uhr in der Bartholomäuskirche G.W. Pabsts Femme-Fatale-Drama „Die Büchse der Pandora“ vertont – mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Braunschweiger Land. Am Donnerstag 10.11. 21 Uhr spielt das Staatsorchester im Schloss die deutsche Premiere von Patrick Doyles Stummfilmkonzerts „It – Das Gewisse Etwas“. Am Freitag 11.11., 20 Uhr führt das 1. Deutsche Stromorchester im Wolfsburger Hallenbad das Filmkonzert „Drifters“ auf – u.a. mit Klavier, Klarinette, Eiscrusher, Säge und Syntheziser. Eine Spur unheimlicher wird es in der Bartholomäuskirche am Sonntag 13.11., 20.15 Uhr, wenn sich die Dark Wave Ambient Band „In The Nursery” Jean Epsteins Meisterwerk „The Fall of the House of Usher“ annimmt.

„Sound on Screen“
Musik steht auch im Mittelpunkt von „Sound on Screen“, der Filmreihe von Universum-Kino und Café Riptide mit zwei Sektionen – Spotlight und Special – zehn Filmen und fünf deutschen Premieren. Das Spotlight führt mit LOS PUNKS in die Hinterhöfe von L.A., zum weltweiten Electro-Kreativnetz des MAN FROM MO‘WAX bis hin zur Visual-Kei-Band X Japan.
Mersey Beat, Post Punk und Britpop – wie immer man es nennt, das Special führt die Städtereise in diesem Jahr zum „Sound of Northern England – Liverpool-Manchester-Sheffield“ mit Bands wie Stone Roses, Pulp und den Urvätern der Pop Music, den Beatles.
Am Sonntag, 13.11. stellen die Journalisten Philipp Krohn und Ole Löding ihr Multimedia-Projekt „Sound of the Cities“ beim britischen Frühstück im Rahmen einer Lesung vor.

„This Was Tomorrow“
Gemeinsam mit dem Kunstmuseum Wolfsburg zeigt das Festival ein Programm, das die Ausstellung „This Was Tomorrow – Pop Art in Great Britain“ mit zehn Programmen filmisch spiegelt. Mitte der 60er Jahre findet die künstlerische Umformung des Lebens durch die Musik und Popkultur in Spielfilmen wie „A Hard Day’s Night“, „Blow-up“ und „Performance“ ihren Ausdruck. Zugleich entdecken bildende Künstler wie Richard Hamilton und David Hockney den Film als Ausdrucksmedium. Auch das Musikvideo hat hier seine Anfänge: Bands wie The Beatles, The Kinks oder Procul Harum entdecken die sogenannten Promo-Filme.

Tagung „Feindliche Schwestern – Interdependenzen von Theater und Film“
Die Tagung „Feindliche Schwestern“ fragt nach einem zeitgenössischen Verhältnis von Theaterprozessen und Film und gegenseitiger Einflussnahme. Gäste sind u.a. die Regisseure Falk Richter und Angela Schanelec. Die Tagung wird ermöglicht durch das Staatstheater Braunschweig und die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.

Komplementär zeigt das BIFF eine Auswahl zeitgenössischer Filme, die Anlehnungen an das Theater vollziehen.

„Shakespeare Remmi-Demmi!!!“
Neben dem Eröffnungsfilm der zweite Tribute an den scham- und hemmungslosen Entertainer Shakespeare mit einer Auswahl von Genrefilmen, die frei und wild über seine Verse improvisieren – ob als Sci-Fi Variation über „The Tempest“ im 1956er „Forbidden Planet“ oder als Macbeth in Bollywood-Manier wie in „Maqbool“ von 2003.

„Green Horizons“
Die Welt braucht eine Transformation: Von der Wettbewerbs- und Wachstumsgesellschafthin zu einer Gleichgewichtsgesellschaft, öko-logisch und ökonomisch nachhaltig. „Green Horizons“ begibt sich auf die Suche nach alternativen Wegen in Landwirtschaft, Ernährung, Bekleidung – und nach einem anderen Sinn des Lebens. Wie „A Quest for Meaning“ von Nathanaël Coste und Marc de la Ménardière, die sich auf die Suche nach denen machen, die heute schon die Welt von morgen aufbauen: ökologisch, sozial nachhaltig und demokratisch – Deutsche Premiere. Unterstützt wird die Reihe von AGIMUS GmbH, ALBA Braunschweig GmbH, Regionale EnergieAgentur e.V. und HOFFMANN Maschinen- und Apparatebau GmbH.

„Neues Internationales Kino“ und „Neues Internationales Kino Exklusiv“
Im Kino um die Welt: Mit dem Mantel und Degen Pop-Spektakel „Satisfaction 1720“, der bildmächtigen Afghanistan-Doku-Fiction „Land of the Enlightened“, der Taiwan-Gangsterkomödie „The Laundryman“, dem ergreifend poetischen „Anishoara“ aus Moldawien, den Cannes-Gewinnern von Xavier Dolan und Ken Loach. Dazu Neues von den Großmeistern Otar Iosseliani und Park Chan-Wook sowie schöne Menschen mit großen Gefühlen (Marion Cottilard!) – und ganz viel Humor!

„Neues Internationales Kino Exklusiv“ blickt auf die Arthouse-Highlights der nächsten Monate.

Schwarzer Löwe für den besten Film der „Beyond“-Reihe
„Beyond“ zeigt ein aufregendes neues Kino, das Risiken nicht scheut. Das Thema „War on everyone“ verhandelt, was geschieht, wenn der Einzelne übermächtigen Kräften gegenüber steht, u.a. mit Filmen wie „Ambulance“, einem rohen Dokfilm aus der Ich-Perspektive eines Krankenwagenfahrers im Gaza-Krieg 2014, oder dem Drama „Clash“, das im Inneren eines Polizei-LKW während der Kairoer Aufstände spielt.

Erstmals wird in der Reihe der „Schwarze Löwe“ verliehen – ermöglicht von Volkswagen Financial Services. Die Jury bilden Regisseurin Lika Alekseeva, Produzentin Andrea Staerke und Regisseur Huan Vu.

„Unsentimental Encounters – Neues Polnisches Kino
Anlässlich des Jubiläums „25 Jahre deutsch-polnischer Partnerschaftsvertrag“ blickt das Festival auf das polnische Filmwunder zurück. Die zehn Spielfilme aus den Jahren 2013 bis 2016 zeigen den aktuellen Stand einer der lebhaftesten Filmszenen Europas. Das polnische Partnerfestival „Short Waves“ aus Poznan stellt im Programm „Polish Wave“ fünf aktuelle Kurzfilme vor. Zu Ehren des vor Kurzem verstorbenen Oscar-Preisträgers Andrzej Wajda zeigt das Festival dessen Biopic „Walesa. Man of Hope” aus dem Jahr 2013. Die Reihe wird unterstützt durch die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit und das MWK Niedersachsen.

Filme aus der Normandie
Seit 15 Jahren organisieren das Internationale Filmfestival Braunschweig und die nordfranzösische Filmstiftung Pôle Image den filmkulturellen Austausch zwischen den Partnerregionen Niedersachsen und Normandie. In diesem Jahr zeigt der Pôle die Emanzipationsgeschichte „Parisienne“ von Danielle Arbid.

„Neue deutsche Filme“
Experimentierfreudig und mutig – der deutsche Film bringt in diesem Jahr viele bemerkenswerte Frauenfiguren hervor. So etwa MARIE CURIE – ein packendes Biopic mit der beeindruckenden Karolina Gruszka in der Titelrolle. Außerdem: DIE BLUMEN VON GESTERN, der neue Film von Chris Kraus, der für 4 MINUTEN den Publikumspreis 2006 gewann. Ungeschönt aber vorurteilsfrei: Ulrich Seidels SAFARI zeigt Touristen in Afrika auf Großwildjagd. Die Reihe wird unterstützt von gaertner Datensysteme.

30 Jahre Film- und Medienbüro Niedersachsen
Die Retrospektive mit Filmen von Mitgliedern des Film & Medienbüros Niedersachsen ist eine spannende filmisch vielfältige Zeitreise. Bei den langen Filmen beginnt diese mit einer Mockumentary über die Anti-AKW-Bewegung im Wendland über einen Ausflug nach „Rotfront“, einem schockierenden Dokument der Unterdrückung wie „The Green Wave“ im bis zur Auseinandersetzung mit der Sucht nach Arbeit.

„Filmfestival in der Region“
Erneut spielt das Festival an drei Orten außerhalb Braunschweigs. An jeweils mindestens drei Abenden zwischen dem 8. und 12. November macht das Filmfestival Station im Thega Filmpalast in Hildesheim, Filmpalast Wolfenbüttel und im Kino Hallenbad am Schachtweg in Wolfsburg.

Filmfestival im Schloss und Kinderwagenkino
Kino umsonst und drinnen – diese Premiere könnte nicht Braunschweigischer sein. Das Filmfestival spielt vom 9. bis 12.11. in den Schloss Arkaden. Mit Ausnahme des Stummfilmkonzerts „It – Das gewisse Etwas“ sind alle Vorstellung frei zugänglich. Das Festival zeigt Braunschweiger Fußballfilm „Der ganz große Traum“, den Beatles Film „A Hard Days Night“ und „Raving Iran“.
Mit freundlicher Unterstützung der Richard Borek Stiftung und der Allianz für die Region.

Außerdem im Schloss: Kinderwagenkino – Gedämpfter Ton und Licht an. Von Dienstag bis Donnerstag jeweils um 10:30Uhr sind Mütter & Kleinkinder herzlich in den Roten Saal eingeladen.

„Edgar Allan Poe at midnight“
Die Mitternachtsreihe „…at Midnight“ ist Edgar Allan Poe, Übervater der phantastischen Weltliteratur gewidmet. Auch wenn er lange vor der Erfindung des Films starb, gilt er als Wiedergänger dunkler Leinwandträume und sitzt bis heute im Kinosaal an unser aller Seite. Das Festival zeigt herausragende Poe-Verfilmungen – vom Corman-Klassiker über eine Webserie bis zum Stummfilmkonzert „The Fall of the House of Usher“.

HBK Braunschweig und Norbert Pfaffenbichler Retro
Es gehört zur guten Tradition des Braunschweiger Filmfestivals, eine Auswahl der Filme und Videos, die während eines Studienjahres in der Filmklasse von Prof. Michael Brynntrup der HBK entstanden sind, in einem Sonderprogramm mit Experimental-, Dokumentar-, Trick- und Kurzspielfilm vorzustellen. Auch die Klassen von Prof. Candice Breitz und Prof. Corinna Schnitt sind mit je einem Programm vertreten.

Die Retrospektive an der HBK ist dem Künstler-Kurator-Filmemacher Norbert Pfaffenbichler gewidmet.

Kurzfilme
210 Kurzfilme in 28 Programmen, darunter die drei „Short Matters!“ Programme der Europäischen Filmakademie zeigt das Festival sowie 40 Musikvideos. Otto Kymala, Kritiker und der künstlerische Leiter des Loud Silents-Stummfilmfest sowie dem finnischen Oulu Music Video Festival hält zwei Lectures zu Musikvideos.

„Die Goldenen Vier Linden“ für den besten Film im „Heimspiel“Underground-Indie, Krimi, Künstlerporträt, Kurzfilm, Roadmovie – die heimische Filmszene deckt alle Sparten ab und kann sich erstmals über einen Preis freuen. Der beste Heimspiel-Film gewinnt „Die Goldenen Vier Linden“!

Industry Talks: Anders produzieren
Know How ganz praxisnahvier internationale Referenten geben Hilfestellung bei der Finanzierung des eigenen Films: Andrea Staerke, Producer und Consultant, erläutert in „World Sales“, wie internationaler Vertrieb funktioniert und was man über das Verkaufen von Filmen oder Projektideen wissen muss. Bei „Gemeinsam in die ‚Traumlande‘“ berichtet Huan Vu, Regisseur und Produzent, von seinen Erfahrungen mit Crowdfunding und Crowdinvesting für Filmprojekte. Sean Persaud erläutert anhand seiner Erfahrungen mit „Edgar Allan Poe‘s Murder Mystery Dinner Party“ wie sich „Webserien finanzieren“ lassen. Für all jene, die bereits ein Projekt gestartet haben führt Lika Alekseeva, Regisseurin, Produzentin, Consultant in die „Art of pitching – Hands-on training“ ein. Das Training ist eine praktische Anleitung zum Pitching – Projekte mitbringen ist ausdrücklich erwünscht!

Das Internationale Filmfestival Braunschweig wird unterstützt von:

– Volkswagen Financial Services
– nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH
– Creative Europe MEDIA
– Land Niedersachsen
– Stadt Braunschweig