PK Atelierhaus Mengerzeile


3. Mai 2017: LETZTE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE M3 – ATELIERRÄUME BLEIBEN ERHALTEN

In zwei Tagen lädt das Atelierhaus Mengerzeile zur letzten Ausstellung in ihrer Kunsthalle M3 – dann wird die Halle mitsamt den Exponaten abgerissen. Trotzdem sehen die Künstler*innen positiv in die Zukunft, denn das Atelierhaus selbst bleibt erhalten.

2013 drohte den 38 Künstler*innen der Rauswurf aus dem Atelierhaus Mengerzeile in Treptow. Seitdem kämpften sie um den Erhalt ihrer Räume. Doch nach langen Verhandlungen hat sich der Eigentümer des Hauses bereit erklärt, das Gebäude weiterhin als Atelierhaus zu nutzen. Im Gegenzug haben sich die Künstler*innen mit den notwendigen und zum Teil auch begrüßten Sanierungsarbeiten einverstanden erklärt. Doch der Weg dahin war steinig. Wie die Künstler*innen des Atelierhauses auf der heutigen PK berichteten, wollten sie, bevor sie mit dem Eigentümer eine Einigung erzielen konnten, das Haus sogar selbst kaufen. Helfen sollten dabei die Landesbürgschaften.

Für Künstler ein neues Instrument: Die Landesbürgschaften
Landesbürgschaften haben in der Vergangenheit bei Unternehmen Anwendung gefunden. Doch seit Herbst 2016 sind sie auch für Künstler*innen und Kulturschaffende ein neues Instrument für die Aufnahme von Krediten, wie Prof. Tim Renner, Vorstand des Kulturforums der Sozialdemokratie und Kulturstaatssekretär a.D., auf der heutigen Pressekonferenz zum Erhalt des Atelierhauses in der Mengerzeile verkündete „Der Gedanke zum Bürgschaftsprogramm für Künstler kam uns konkret durch die Situation der Mengerzeile. Wir fragten uns, wie wir Künstler ermöglichen könnten, Immobilien zu erwerben, in denen sie arbeiten, wenn diese von privater Hand verkauft werden sollten. Zusammen mit der Finanzverwaltung ersannen wir dann ein Bürgschaftsprogramm, welches mit 17,7 Millionen ausgestattet wurde. Für die Mengerzeile war diese Lösung schließlich gar nicht mehr nötig, aber inspiriert durch diese wird sie hoffentlich noch vielen Künstlerinnen und Künstlern helfen.“

Die heutige Pressekonferenz
Auf dem Podium saßen weiterhin Rainer Hölmer (Baustadtrat Treptow-Köpenick), Christoph Höhne (Eigentümer FA Argos Real Estate GmbH), Dr. Martin Schwegmann (Atelierbeauftragter von Berlin), Boris Joens (AbBA), Ilona Ottenbreit (Künstlerin Atelierhaus Mengerzeile) und Eva Noack (Künstlerin Atelierhaus Mengerzeile). Der Eigentümer Christoph Höhne äußerte sich zur einvernehmlichen Lösung: „Ich freue mich auf die Umsetzung eines spannenden Projektes mit dem wir zeigen können, dass Veränderung und Wandel in Berlin auch gemeinsam und konstruktiv mit bestehenden Strukturen erfolgen kann. Es ist wichtig, dass in Berlin auch die Entwicklung und Veränderung im Immobilienbereich als Chance auf eine positive Veränderung für Ihre Bewohner genutzt wird und nicht wie aktuell im Wesentlichen als Gefahr gesehen wird.“

Neuanfang für das Atelierhaus Mengerzeile
Die Existenz des Atelierhauses ist jetzt für eine Laufzeit von 25 Jahren gesichert. Die letzte Ausstellung in der Kunsthalle ist daher gleichzeitig auch ein Neuanfang. Die Künstler*innen des Atelierhauses betreten damit einen neuen Abschnitt mit einer gesicherten Grundlage ihrer Arbeitsräume. „Wir hatten das absolute Glück auf einen Investor zu treffen, der bestehende Strukturen in der Stadt nicht ignoriert und vor allem nicht nur an Profit denkt, sondern auch ein Interesse an den Orten hat, die Berlin als Stadt besonders und attraktiv machen. Es war für alle Beteiligten ein steiniger und nervenaufreibender Weg, der aber am Ende zu einem guten Ergebnis geführt hat.“ sagten Eva Noack und Ilona Ottenbreit aus dem Atelierhaus dazu.

RAZE/RAISE – die letzte Ausstellung in der m3-Kunsthalle

Grand Opening am Freitag, den 5. Mai 2017, ab 18 Uhr
Samstag, den 6. Mai 2017 geöffnet von 14 – 18 Uhr

Weitere Informationen zum Atelierhaus Mengerzeile gibt es auf dessen Website und seiner Facebookseite.