Grimme-Jury verleiht Emder Drehbuchpreis an „365“
Am Freitag, dem 17. Juni 2011 wurde im Rahmen des 22. Internationalen Filmfestes Emden –Norderney zum siebten Mal der mit 12.000 Euro Preisgeld dotierte Emder Drehbuchpreis verliehen.
Die vom Grimme Institut berufene Jury – Schauspielerin Jeanette Hain, Regisseurin Buket Alakus, Schriftsteller Friedrich Ani, Journalist und Kritiker Thomas Thieringer sowie Jurykoordinator Dr. Ulrich Spies vom Grimme-Preis – ermittelte den Gewinner aus insgesamt 75 anonym eingereichten Drehbüchern. Die Autorinnen und Autoren konzentrierten sich auf dramatische Gegenwartsstoffe und Komödien und fast alle schrieben für das Kino. Von 30 Drehbüchern sind die Stoffrechte schon vergeben.
Preisträger
Der Emder Drehbuchpreis 2011 in Höhe von 10.000 Euro geht an das Drehbuch für die Tragikomödie „365" von Sathyan Ramesh, Köln.
Je 1000 Euro Nominierungspreisgeld gehen an das Drama „Leere verschlingen" von Denijen Pauljevic, München, sowie an das Drama „5 Jahre" von Stefan Schaller, München. Das Drehbuch „Nordstrand“ von Florian Eichinger erhält eine lobende Erwähnung.
Die Gelder werden zweckgebunden für die Entwicklung neuer Projekte vergeben. Der Emder Drehbuchpreis 2011 wird ausgestattet von der Seehafenspedition Jakob Weets aus Emden.
Auszug aus der Jurybegründung
Diese Komödie, die wie alle guten Komödien eine dramatische, zutiefst menschliche Grundierung hat, ohne in einem bestimmten Moment ins Bleiern-Bedeutungshuberische zu kippen – diese Komödie handelt von einer Selbstmörderin. Selbstmord ist nicht lustig. Außer wenn eine gefährdete Frau wie Ruth Fink auf einen Therapeuten wie Dr. Martin Maria Rochg trifft, der ihr auferlegt, 365 Tage lang sauber zu bleiben, also am Leben. Das ist lustig. Und es wird immer komischer, schräger und irrer und besser und am Ende wendet sich alles – zum Guten?
Feierliche Preisverleihung des Drehbuchpreises
Die Auszeichnung wurde in diesem Jahr erstmalig im Atrium der Kunsthalle vergeben. Viele Filmgäste und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kultur nahmen an der festlichen Verleihung teil. Die Schauspielerin Ulrike Möckel, u.a. deutsche Synchronstimme von Meg Ryan, und der Schauspieler und Fernseh-Kommentarsprecher Peter Kaempfe erweckten in einer szenischen Lesung Passagen der nominierten Drehbücher zum Leben. Für den musikalischen Rahmen sorgte Sönke Meinen. Der junge Gitarrist aus dem ostfriesischen Ihlow beeindruckte mit einer virtuos vorgetragenen Fingerstyle-Darbietung.
Das Festival findet vom 15. bis 22. Juni 2011 statt. Weitere Informationen finden Sie unter www.filmfest-emden.de und www.facebook.com/filmfestemden
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