filmPOLSKA 2017 – 12. Festivaledition endet mit Glanz und Preisvergabe


11.Mai 2017: filmPOLSKA 2017: Unter dem Motto: „Berlin sieht Polnisch – Die Freiheit des Films“ setzte filmPOLSKA 2017 angesichts der aktuellen kosmopolitischen Veränderungen und gesellschaftspolitischen Verunsicherungen ein besonderes Zeichen für das progressive Filmschaffen der jungen Generation polnischer Filmemacher und damit für die Souveränität der Filmkunst weltweit.

Mit der gestrigen Preisvergabe im Babylon an Anna Zameckas Debütfilm „Kommunion“, dem Gewinner des Polnischen Filmpreises 2017 für den besten Dokumentarfilm und des Young Eyes Film Award des Dok Leipzig 2016, endete nach einer spannenden Festivalwoche die 12. Edition von filmPOLSKA. Zum ersten Mal kürte eine dreiköpfige Fach-Jury, bestehend aus den Film- und Kinoexperten Anke Leweke, Marcin Malaszczak und Bernd Buder, eine herausragende Leistung im Wettbewerb um innovatives polnisches Filmschaffen. Die neu vergebene Auszeichnung stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein des Filmnachwuchses auf dem Weg zu kreativer polnischer Filmkunst, sondern setzt auch ein Zeichen für die unzähmbare Kraft und Energie des internationalen Filmschaffens über die polnische Filmlandschaft hinaus.

Die Jury honorierte „den präzisen und emphatischen Blick“ der Regisseurin Anna Zamecka, der es gelingt, den vorgefundenen Alltag in eine erzählerische Form, einen Rhythmus von Bildern zu gießen, der sich der Wahrheit verpflichtet: „Anna Zameckas Debüt ‚Kommunion‘ ist in dieser Hinsicht ein äußerst gelungenes Werk, das uns, gehalten im Stile des ‚Direct Cinema‘, am meisten überzeugt und berührt hat. Ohne jemals das Private und Intime auszustellen, schenkt die Kamera der 14-jährigen Ola alle Aufmerksamkeit und behält den Blick für das Wesentliche: Das beeindruckende und frühe Erwachsenwerden-Müssen eines jungen Mädchens. Trotzdem ist ‚Kommunion‘ mehr als eine simple ‚Coming of Age‘ Geschichte. Der Film ist subversiv, ohne politisch sein zu wollen“, so die Jury-Begründung.

Durch die Auswahl international gefeierter wie unbekannter Filmkunstwerke und die Möglichkeit, Klassiker des polnischen Films noch einmal auf großer Leinwand erleben zu können, hat sich filmPOLSKA bei Filmfans und -fachleuten längst als feste Instanz unter den Berliner Filmevents etabliert. Auch 2017 ist es dem Festivalkurator Kornel Miglus und der Festivalkoordinatorin Monika Richter mit ihrem Team gelungen, den Festivalbesuchern eine breit aufgestellte Kollektion von herausragenden polnischen Filmen zu bieten: Mit mehr als 1.500 Besuchern allein im Babylon Kino und zum Teil ausverkauften Vorstellungen in den 12 Berliner Kinos in der Festivalwoche vom 3.-10. Mai 2017 bestätigt sich der bisherige Erfolgskurs von filmPOLSKA als Exponent der polnischen Filmkultur in Berlin und verdeutlicht die souveräne Position des Events in der konkurrierenden Festivallandschaft. „Was braucht man mehr, als dass die Vorstellungen ausverkauft sind, die Zuschauer und die eingeladenen Gäste ihr kleines cineastisches zu Hause bei filmPOLSKA gefunden haben und für viele Besucher die Festivalnächte noch kürzer als sonst geworden sind – oder vielleicht die Tage länger?“, freut sich Festivalkurator Kornel Miglus über den Publikumszuspruch.

Auffallend viele Dokumentarfilme bereicherten 2017 das Festivalprogramm und lockten das Publikum in die Festivalkinos. Nicht nur in der Reihe Neues Polnisches Kino und Dokumentarfilm war eine breitgefächerte Auswahl an aktuellen, zum Teil international gefeierten Produktionen zu sehen; mit Paweł Łozińskis preisgekröntem Hybrid aus Dokumentar- und Spielfilm „You Have No Idea How Much I Love You (Nawet nie wiesz jak bardzo cię kocham)“ folgte filmPOLSKA bereits zur Eröffnung dem aktuellen Trend. Entsprechend widmete sich die diesjährige Festivalsektion Kamerakunst dem herausragenden Dokumentarfilmer und Kameramann Marcin Koszałka und seinem Grenzen sprengenden Filmschaffen.

Der Einladung nach Berlin folgten 40 Filmgäste, davon 26 aus Polen. Nachwuchsfilmemacher wie Anna Zamecka („Kommunion“), Jan P. Matuszyński („The Last Family“, Goldener Löwe für den besten Film beim Gdynia Film Festival), Kuba Czekaj („The Erlprince“, Young Jury Award für den besten Film beim Gdynia Film Festival) besuchten ebenso wie renommierte Filmemacher wie Paweł Łoziński („You Have No Idea How Much I Love You“) und Michał Rosa („The Happiness of the World“) das Festival 2017 und lieferten dem Publikum in Berlin ein eindrucksvolles Bild davon, was das zeitgenössische polnische Kino an Filmkunst zu bieten hat.

Weitere Höhepunkte des Programms bildeten die Hommage an den jüngst verstorbenen Altmeister des polnischen Films Andrzej Wajda sowie die Retrospektive mit Literaturverfilmungen nach Józef Teodor Konrad Korzeniowski, bekannt als Joseph Conrad.

Neben den zahlreichen, sehr gut besuchten Veranstaltungen freuten sich die Festivalorganisatoren besonders über den Erfolg, den das WOLF Kino als neuer Partner verzeichnete – ein Zeichen für das Potential des Festivals, mit neuen Spielstätten im Berliner Stadtgebiet zu wachsen. Mit seiner Programmauswahl, seinen thematischen Schwerpunkten und seinem Begleitangebot – zum Beispiel den Workshops für junge Filmkritiker und den Filmnachwuchs sowie der Begleitausstellung Deeper States – Agnieszka Polska und Assaf Gruber (bis 2.6.2017, Polnisches Institut Berlin) – bleibt das Festival seiner selbstverständlichen Aufgabe treu, einmal mehr die Notwendigkeit der Ungebundenheit des Filmschaffens zu betonen und die Autonomie der Filmemacher und deren künstlerisches Schaffen einzufordern. Als Veranstaltung des Polnischen Instituts in Berlin versteht sich filmPOLSKA auch in Zukunft als wichtiger Impulsgeber für die internationale Film- und Kulturlandschaft und die enge kulturelle Verbundenheit zwischen den beiden Nachbarländern Polen und Deutschland: „Dank filmPOLSKA wird das polnische Filmschaffen, in all seinen landesspezifischen wie universellen Facetten, über die nationalen Grenzen hinausgetragen und einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft des polnischen Kinos, welches in den letzten Jahren zahlreiche internationale Erfolge feierte und zunehmend seine gebührende Anerkennung erlangt“, so Małgorzata Bochwic-Ivanovska, stellvertretende Direktorin des Polnischen Instituts Berlin.

Die nächste Ausgabe von filmPOLSKA wird wie immer im Frühjahr 2018 stattfinden, wenn es wieder für eine Woche heißt: „Berlin sieht Polnisch“.

Das Festival ist eine Produktion des Polnischen Instituts Berlin in Zusammenarbeit mit dem Verband der Polnischen Filmemacher (SFP), unter der Schirmherrschaft des Medienboard Berlin-Brandenburg mit der finanziellen Unterstützung des Polnischen Filminstituts (PISF), des Adam-Mickiewicz-Instituts (IAM) und der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit (SdpZ). Spielorte sind: Babylon Berlin, Zeughauskino, Arsenal, FSK, Bundesplatz-Kino, Brotfabrik, Topografie des Terrors, ACUDKino, Kleines Kino (Frankfurt an der Oder), Thalia Potsdam, Club der polnischen Versager, Filmclub K18, Kino Krokodil, WOLF Kino.

Weitere Informationen unter www.filmpolska.de und www.facebook.com/filmpolska.berlin.