Das KLICK Kino in Berlin Charlottenburg ist wieder da!


16. März 2017: Das historische Filmtheater KLICK in Berlin Charlottenburg eröffnet nach langer Schließzeit neu. Das Kiezkino am Stuttgarter Platz wird ab April 2017 von der Kulturspedition mit einem monatlichen Programm bespielt.

Diese Möglichkeit hat sich eröffnet dank DaWanda, zu deren Räumlichkeiten der Kinosaal gehört und die den Mut hatten, das Kiezkino zu ermöglichen.
Das KLICK bekommt nun eine neue Chance als klassisches Programmkino – ebenso wie anspruchsvolle Filme, die nach ihrem Kinostart nur für eine kurze Zeit – oder gar nicht – auf den Berliner Leinwänden zu sehen waren. Eine erste Chance bekommen zum Kinostart indes ausgewählte Arthouse Filme abseits des Mainstreams sowie Kurzfilme.

Dem neuen KLICK Kino liegt Filmkunst am Herzen, die künstlerische Innovation ist, dem Zuschauer Raum für echte Entdeckungen bietet und aus der Masse hervorsticht. Mit seinem Programm ergänzt es die existierenden Arthousekinos im Berliner Westen und schließt damit eine Lücke im Westteil der Stadt.

Das Programm
Film verpasst? – Der Vorfilm kommt zurück! – Feines zum Kinostart
Das Programm für das neue KLICK Kino wird im monatlichen Rhythmus erstellt. Es wird Dokumentar- und Spielfilme, synchronisiert und in OmU-Fassung, und an den Wochenenden ebenfalls Kinderfilme umfassen. Auch der Kurzfilm bekommt einen festen Platz im neuen KLICK Kino: Vor den Hauptfilmen um 20 Uhr wird jeweils ein 5-10 minütiger Kurzfilm präsentiert. Zudem werden Filmgespräche, Premieren, Filmreihen und Sonderevents angeboten.

Spielzeiten:
Montag bis Freitag – 18 Uhr und 20 Uhr
Samstag & Sonntag – 16 Uhr (Kindervorstellung), 18 Uhr und 20 Uhr
Montags Kinotag bei ermäßigtem Eintritt, Mittwoch OmU-Tag.

Das Kino
Das KLICK Kino wurde 1911 in Betrieb genommen und unter wechselnden Namen bis 2004 bespielt. In den letzten dreißig Jahren bis zu seiner Schließung konzentrierte sich das Programm vor allem auf Klassiker und anspruchsvolle Arthouse Filme – eine Tradition, die nun fortgeführt wird. In den 70er Jahren wurde im vorderen Teil des Gebäudes ein Ladenlokal eingerichtet über den der Kinosaal bis heute zugänglich ist. 2012 hat DaWanda in den Räumlichkeiten seinen ersten Offline-Shop etabliert: die DaWanda Snuggery. Das Kino wurde seitdem hauptsächlich für Vermietungen und Einzelevents, wie auch die Filmreihe „Mädchenkino“ genutzt. Nun hat DaWanda das Kino in die Hände der Kulturspedition gelegt, um ein Stück Kinokultur wieder aufleben zu lassen.

Fakten:
Elf Reihen
83 Sitze (Bestuhlung neu ca. 2000)
behindertenzugänglich
Abspielformat: Blue Ray
Ton: Dolby Sound System 7.1

Die Betreiber – Kulturspedition
Das neue KLICK Kino wird von der Kulturspedition geführt. Mit deren Inhabern, Christos Acrivulis und Claudia Rische, hat das historische Kiezkino Betreiber gefunden, die langjährige Erfahrung in der Filmbranche und eine große Liebe zum Film mitbringen.

Claudia Rische setzt mit ihrer PR Agentur rische & co pr seit mehr als 10 Jahren ihre fachliche Kompetenz im Bereich Film und Kultur ein. Der Verleih missingFILMs von Christos Acrivulis hat sich seit 2007 als Verleih unabhängiger Filmproduktionen etabliert, die sich durch hohe ästhetische und inhaltliche Qualität auszeichnen. Die Kooperation der beiden ist aus einer langjährigen bewährten Zusammenarbeit erwachsen.

Aktuelles zum Programm finden Sie auf der Facebookseite.

Kontakt
Kulturspedition   I  Tel.+49 (0)30 283 65 30   I   kontakt@kulturspedition.de  I  http://www.kulturspedition.de  I  Boxhagener Str. 18  I  10245 Berlin

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KLICK KINO PROGRAMM APRIL 2017

 

Do 06.04. – Mi 12.04.
18:00 Uhr

HAPPY
Dokumentarfilm – Regie: Carolin Genreith
D 2016, 90 Min., FSK: 0

Es ist wohl der Horror jeder Tochter: Eine Postkarte aus Thailand, auf der steht „Meine Liebe, mir geht es gut hier, ich esse Pat Thai und trinke Chang Bier. Und ich habe eine Frau kennengelernt, die so alt ist wie du. Liebe Grüße, Papa.“
Die Tochter denkt: „Oh Gott, ist mein Vater jetzt Sextourist? Ist Dieter nun einer der Männer, die mit einer jungen, schönen Thailänderin im Arm durch die Straßen von Bangkok ziehen?“

Seit ein paar Jahren hat sich Carolins Vater Dieter sehr verändert. Nach der Trennung von seiner Frau, Carolins Mutter, tauschte er Wanderschuhe gegen Flip-Flops und fährt seitdem jedes Jahr für ein paar Wochen nach Thailand, mal alleine, mal mit Freunden – alle über 60 und geschieden. Der Vater sagt, er habe dort die beste Zeit seines Lebens. Der eigene Vater: kein Held, sondern ein unmoralischer Täter mit Torschlusspanik?

HAPPY ist ein liebevoller und schonungsloser, heiterer und sehr persönlicher Vater-Tochter-Film, über die Suche nach dem späten Glück und die Frage, was eigentlich Liebe ist, wenn man über 60 ist und Angst hat, alleine alt zu werden.

 

Do 06.04. – Mi 12.04.
20 Uhr
Mi: OmU

DIE ÜBERGLÜCKLICHEN (LA PAZZA GIOIA)
Komödie – Regie: Paolo Virzì
Italien/Frankreich 2016, 116 Min., FSK: 12, Deutsche Sprache (OmU nur am Mittwoch)
Mit: Valeria Bruni Tedeschi, Micaela Ramazzotti, Tommaso Ragno u.a.
Maria Beatrice Morandini Valdirana ist Gräfin und kennt sich in der Welt der Schönen und Reichen bestens aus. Doch seitdem sie sich in einen Berufsverbrecher verliebt hat und der italienischen Justiz zahlreiche Gründe gegeben hat, sie unter Arrest zu stellen, ist von ihrer gesellschaftlichen Bedeutung nicht mehr viel übrig. Beatrice muss sich psychologischer Behandlung unterziehen. Als die junge Donatella dort ebenfalls Patientin wird, nimmt Beatrice sie unter ihre Fittiche. Und dann ergibt sich die Gelegenheit, den goldenen Käfig zu verlassen: Beatrice und Donatella büchsen aus. Dicht gefolgt von einem Dutzend Psychologen jagen sie durch die Toskana und freunden sich bald an. Zwischen bipolaren Glücksschüben, manischer Zielstrebigkeit und zwanghafter Furchtlosigkeit verstehen sie einander besser als sonst jemand es könnte. Nichts weniger als das Glück wollen sie suchen bei ihrem Ausflug in dieses Freiluft-Irrenhaus, das man viel zu oft mit der Realität verwechselt.

Paolo Virzìs („Die süße Gier“) neuer Film versprüht in jeder Sekunde so viel Lebensfreude, dass man dringend verrückt werden möchte. DIE ÜBERGLÜCKLICHEN bringt zwei bezwingende Frauen auf die Leinwand, genial verkörpert von Valeria Bruni Tedeschi und Micaela Ramazzotti. Ein großartig gewitztes Zeitbild italienischer Gegenwart und das Portrait einer furiosen Frauenfreundschaft, die uns vor dem Irrsinn rettet.

Vorfilm: ETAGE X von Francy Fabritz – D 2016, 14 Min:

 

Do 13.04. – Mi 19.04.
Do-So: 18:00 Uhr, Mo-Mi: 20:00 Uhr

DON’ T BLINK – ROBERT FRANK
Dokumentarfilm – Regie: Laura Israel
USA/F/KA 2015, 82 Min., OmU
Was wäre die moderne Fotografie ohne das Werk von Robert Frank? Sein Stil veränderte in den 1950er Jahren die Spielregeln der Fotokunst, sein Buch „The Americans“ gilt heute als „das vielleicht einflussreichste Fotografiebuch des 20. Jahrhunderts“ (The Guardian 2014).
Robert Frank wurde in Zürich geboren als Kind einer Schweizerin und eines deutsch-jüdischen Vaters. 1947 emigrierte er in die USA und veröffentlichte bald seine ersten Fotobände. Als „The Americans“ 1959 erschien, schrieb Jack Kerouac das Vorwort. Doch wenige Kritiker erkannten zunächst die bahnbrechende Kunst Franks. Robert Frank wandte sich phasenweise von der Fotografie ab und drehte Filme wie „Pull My Daisy“ mit den Beat Poets Allen Ginsberg und Gregory Corso. Mit den Rolling Stones kooperierte er für den Tourfilm „Cocksucker Blues“ und das Cover-Artwork des Albums „Exile On Main St.“. Walker Evans und Patti Smith, William S. Burroughs und Edward Lachman – zahlreiche Kunstschaffende, die die zweite Hälfte des 20. Jahrhundert prägten, suchten die Zusammenarbeit mit dem stilbildenden Künstler.

Die Filmemacherin Laura Israel suchte den heute 92-jährigen Robert Frank auf und sprach mit ihm über seine Kunst und die Stationen seines Lebens. DON‘T BLINK – ROBERT FRANK zeigt einen anfangs verkannten Giganten der Fotokunst, der sich trotz persönlicher Schicksalsschläge bis ins hohe Alter seinen Sinn für Humor und einen unkonventionellen Blick auf die Welt bewahrt hat.

 

Do 13.04. – Mi 19.04.
Do-So: 20:00 Uhr, Mo-Mi: 18:00 Uhr

TANNA – Eine verbotene Liebe
Spielfilm – Regie: Martin Butler und Bentley Dean
Australien 2015, 104 Min., OmU, FSK: 12
Mit: Marie Wawa, Mungo Dain, Marceline Rofit
Die schöne junge Wawa und Dain, der Enkel des Dorf-Vorstehers der Yakel, haben sich einander heimlich versprochen, doch Ritus und Realpolitik stellen sich ihrer Liebe entgegen: Um einen gerade frisch aufgeheizten Konflikt mit einem rivalisierenden Stamm beizulegen, soll Wawa mit einem Mann der feindlichen Imedin verheiraten werden. Wawa und Dain weigern sich und fliehen durch die Regenwälder bis zum Gipfel des Funken speienden Vulkans. Gemeinsam suchen sie ihren eigenen Platz irgendwo zwischen den verfeindeten Völkern, zwischen Tradition und Aufbruch, zwischen Gefühl und Pflicht.

Der in wunderbaren Bildern gedrehte Film TANNA gehört zu den schönsten Kino-Überraschungen des Jahres. Die Filmemacher haben sieben Monate auf der entlegenen Insel Tanna im Südpazifik gelebt und sich von den Einheimischen zu der großen Liebesgeschichte nach wahren Begebenheiten inspirieren lassen.

TANNA gewann beim Filmfestival Venedig den Preis für die Beste Kamera und den Publikumspreis für den Besten Internationalen Spielfilm und war für den Auslands-Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.

„Das Liebesdrama TANNA überzeugt mit seinen unverkrampft und glaubhaft aufspielenden Laien-Darstellern sowie den großartig fotografierten Landschaftsaufnahmen.“ Cineman.ch

Vorfilm: DER FALL von Alexandre Koberidze – D 2014, 10 Min.

 

Do 20.04. – So 23.04.
18:00 Uhr

Premiere am Do. 30.03.2017 – 18:00 Uhr in Anwesenheit der Regisseure Philip Gnadt und Mickey Yamine

GAZA SURF CLUB
Dokumentarfilm – Regie: Philip Gnadt und Mickey Yamine
D 2016, 87 Min., FSK: 0, OmU
Eine junge Generation, die in Gaza zwischen Israel und Ägypten gefangen ist, zieht es zu den Stränden. Sie hat genug von Besetzung, Krieg und religiösem Fanatismus und ihre ganz eigene Art des Protests gefunden: Surfen.

Der Gazastreifen ist ein schmaler Küstenstreifen zwischen Israel und Ägypten mit einem Hafen, in dem keine Schiffe mehr anlegen und einem Flughafen, der nicht mehr angeflogen wird. Kaum jemand kommt heraus, fast nichts und niemand kommt hinein. Mit ihren Surfbrettern schaffen sich die Surfer ein kleines Stück Freiheit, zwischen dem Strand und der von den Israelis kontrollierten Sechs-Meilen-Grenze. Freiheit, die ihnen keiner nehmen kann.

GAZA SURF CLUB ist ein Film voller Hoffnung, der zeigt, dass auch in Krisengebieten junge Menschen leben, mit denen wir uns identifizieren können, welche die gleichen Träume und Wünsche haben, wie ihre Altersgenossen auf der ganzen Welt.

 

Do 20.04. – So 23.04.
20:00 Uhr

MARIJA
Spielfilm – Regie: Michael Koch
D / CH 2016, 101 Min., FSK: 12
Mit: Margarita Breitkreitz, Georg Friedrich, Olga Dinnikova
Marija, eine junge Ukrainerin, verdient sich ihren Lebensunterhalt als Reinigungskraft in einem Hotel in Dortmund, träumt jedoch von einem eigenen Friseursalon. Monatlich legt sie etwas Geld beiseite, als eine fristlose Kündigung ihren Traum in weite Ferne rückt. Ohne Arbeit und finanziell unter Druck, sieht sie sich dazu gezwungen, nach anderen Möglichkeiten Ausschau zu halten. Dabei ist sie bereit, ihren Körper, ihre sozialen Beziehungen und zuletzt die eigenen Gefühle dem erklärten Ziel unterzuordnen.

Das Spielfilmdebüt von Michael Koch ist das Portrait einer jungen Frau, die am Rand unserer Produktions- und Konsumgesellschaft lebt, sich jedoch nicht auf die ihr zugeschriebene Opferrolle reduzieren lässt. Fordernd, entschlossen und kompromisslos kämpft sie für ein freieres, selbstbestimmtes Leben.

Vorfilm: ELISA von Kristina Kean Shtubert – D 2106, 16 Min.

 

Mo 24.04. – Mi 26.04.
18:00 Uhr

Filmgespräch am Mi. 26.04.2017 – 18:00 Uhr mit dem Regisseur und Filmkritiker Rüdiger Suchsland

HITLERS HOLLYWOOD
Dokumentarfilm – Regie: Rüdiger Suchsland
D 2017, 106 Min., FSK: 0
Was weiß das Kino, was wir nicht wissen? Über 1000 Spielfilme wurden in den Jahren 1933-1945 in Deutschland hergestellt. Bei den wenigsten handelt es sich um offene Propaganda – aber noch weniger der im Nationalsozialismus produzierten Filme sind harmlose Unterhaltung. Das nationalsozialistische Kino war staatlich gelenkt. Zugleich wollte es „großes Kino“ sein. Eine deutsche Traumfabrik.

„Hitlers Hollywood“ erzählt erstmals von der dunkelsten und dramatischsten Periode deutscher Filmgeschichte, und erinnert zum hundertsten Geburtstag der Ufa an diese Filme und ihre Stars: Hans Albers, Heinz Rühmann, Zarah Leander, Ilse Werner, Marianne Hoppe, Gustav Gründgens und viele mehr.

Die NS-Filme waren nicht nur technisch perfekt gemacht, sie waren emotional; sie weckten Sehnsüchte, ließen träumen, boten Zuflucht. Das Kino war industriell vorgefertigt und manipulativ. Millionen gingen seinerzeit ins Kino. Welche Träume träumten die Deutschen in ihrer ureigenen germanischen Traumfabrik? Wovon sollten sie träumen, wenn es nach den Machthabern ging? Wie funktioniert Propaganda? Was weiß das Kino, was wir nicht wissen?

 

Mo 24.04. – Mi 26.04.
20:00 Uhr

CERTAIN WOMEN
Spielfilm – Regie: Kelly Reichardt
USA 2016, 105 Min., FSK: 0, OmU
Mit: Lily Gladstone, Michelle Williams, Kristen Stewart, Laura Dern
Kelly Reichardt verknüpft in ihrem schönen Film drei Geschichten mit vier Frauen:
Laura ist Anwältin, die einen verzweifelten Klienten davon überzeugen will, dass eine Arbeitsrechtsklage erfolglos sein wird. Gina und ihr Mann Ryan beginnen mitten im Wald mit dem Bau eines eigenen Hauses und möchten dafür dem alten Nachbarn die Natursteine abluchsen. Im Gepäck haben sie eine schwer pubertierende Tochter. Die junge Pferdepflegerin Jamie verliebt sich in Beth, die ihr Jurastudium gerade abgeschlossen hat und als ersten Job Abendschulunterricht auf dem Land gibt.
Der Film, basierend auf Kurzgeschichten der Schriftstellerin Maile Meloy, verweigert sich der Zuschreibung von üblichen Frauen-Filmfigur-Klischees. Er schafft dadurch realistische, nachvollziehbare Charaktere, die sich mit alltäglichen Problemen herumschlagen. Mit besonderer Aufmerksamkeit fürs Subtile und für Zwischentöne ermöglicht Certain Women ein wunderbar angenehmes, gelassenes Schauen, das es in sich hat: Gerade das scheinbar Nebensächliche, die alltäglichen Kleinigkeiten prägen hier Beziehungen und Verhältnisse, nicht große Ereignisse.

»Die wunderbare Laura Dern, die subtile Michelle Williams, die stille Kristen Stewart und die vielleicht berührendste unter ihnen, die eigensinnige Lily Gladstone, machen Certain Women zu einem herausragenden Kinoereignis.« Viennale

Vorfilm: AN DER TÜR von Miriam Bliese – D 2013, 5 Min.

 

Do 27.04. – So 30.04.
18:00 Uhr
NICHT OHNE UNS
Regie: Sigrid Klausman
DE 2016, 87 Min., FSK: 0, FBW: besonders wertvoll, OmU
15 Länder, 16 Kinder, 5 Kontinente, 1 Stimme – so unterschiedlich ihr Lebensumfeld, so unterschiedlich ihre Persönlichkeiten auch sind, so sehr ähneln sich ihre Ängste, Hoffnungen und Träume und die eindrückliche Mahnung, unsere (Um-)Welt zu erhalten. Egal ob im Slum, im Township, der Metropole oder der Provinz, in der Steppe, dem Regenwald, in der Hochebene, auf dem verschneiten Berg, in der Kleinstadt, dem Flussdelta oder der idyllischen Einöde, ob privilegiert aufwachsend in der westlichen Wohlstandsgesellschaft oder in den armen Regionen Afrikas oder Asiens und unmittelbar konfrontiert mit Kinderarbeit, Prostitution, Krieg und Gewalt, haben alle diese Kinder die universelle Sehnsucht nach Sicherheit und Frieden, Glück, Freundschaft und Liebe. Sie eint die Ablehnung und die Angst vor Krieg und Gewalt. Und jedes einzelne dieser Kinder macht sich Sorgen um die Natur und die damit verbundene Zerstörung ihres direkten und indirekten Lebensraums.

NICHT OHNE UNS! von Sigrid Klausmann gibt Kindern auf der ganzen Welt eine Stimme. Europaweit ist NICHT OHNE UNS! zum Festival-Hit avanciert und zum Liebling der Kinder- und Jugendjurys geworden – u.a. Gewinner Goldener Spatz 2016 in der Kategorie: Bester Dokumentarfilm.

„Sehenswerter und wichtiger Film für Erwachsene und Kinder.“ Spielfilm.de
„Bewegend, sehenswert“ B.Z.
„Dieser Film hat das Potenzial dazu, etwas auf dieser Erde zu bewegen“ Kinderjury Goldener Spatz

 

Do 27.04. – So 30.04.
20:00 Uhr

TU NICHTS BÖSES (NON ESSERE CATTIVO)
Spielfilm – Regie: Claudio Caligari
I 2015, 100 Min., FSK: 16, OmU
Mit: Luca Marinelli, Alessandro Borghi, Silvia D’ Amico, Roberta Mattei
Die Vorstädte von Rom und Ostia, in den 90er Jahren. Die „Ragazzi di vita“, einst von Pasolini beschrieben, gehören nun zu einer Welt, in der Geld, schnelle Autos, Nachtlokale und Kokain scheinbar leicht zu haben sind. Es ist die Welt, in der sich Vittorio und Cesare, beide 20 Jahre alt, auf der Suche nach Erfolg und Bestätigung bewegen. Das neue „dolce vita“ fordert jedoch einen sehr hohen Preis. Und irgendwann trennen sich die Wege: Vittorio verliebt sich, versucht eine Rückkehr in die bürgerliche Gesellschaft, Cesare hingegen versinkt immer tiefer in einem Sumpf aus Drogen und Dealen. Doch Vittorio gibt seinen Freund nicht auf.

„NON ESSERE CATTIVO, in 32 Jahren Karriere Caligaris dritter Spielfilm, ist vielleicht nicht perfekt, aber wunderschön. Auch hier spüren wir das Verlangen, anhand einer kleinen Geschichte den Geist einer Epoche und eines Milieus einzufangen, und wieder einmal tut der Regisseur dies mit meisterhaften Darstellern. Denn die unglaubliche Intensität von Luca Marinelli und Alessandro Borghi, diese Alchimie einer Freundschaft, die die Leinwand mit aller Kraft sprengt, ist der eigentliche Motor des Films. Absolute Protagonisten, sicher, aber umgeben von einer ganzen Schar wichtiger Nebendarsteller: Caligaris großer Verdienst besteht auch darin. Ein Regisseur, dessen Filme zeitlos erscheinen und bei dem das italienische Kino tief in der Schuld steht. Ein Meisterwerk.“ Rivista del Cinematografo

Vorfilm: BLUTGEDICHT von Anna Avramenko – D 2015, 15 Min.

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KINDERFILME:

Sa 08.04./So 09.04., Sa 15.04./So 16.04.
16:00 Uhr

DER GEHEIMBUND VON SUPPENSTADT
Kinderfilm – Regie: Margus Paju
Estland 2015, 105 Min., FSK: 0
Mit Olivia Vikant, Arabella Antons, Hugo Soosaar
Mari liebt ihren Großvater Peeter. Denn der denkt sich die ausgeklügeltsten Schatzsuchen für sie und ihre drei Freunde aus. Gerade haben sie die „Handschuhe von Marie Antoinette“ gefunden und beschlossen, einen Geheimbund zu gründen, da müssen sie sich einem echten Abenteuer stellen. Beim Sommerfest hat ein mysteriöser Maskenmann Gift in die Freigetränke geträufelt. Die fatale Wirkung: Ein Großteil der Erwachsenen verhält sich plötzlich wie ungezogene Kinder! Nur Großvater Peeter weiß, was los ist, und gibt Mari ein altes Notizbuch, das den Weg zum Versteck des Gegengifts weisen soll. Die vier begeben sich auf einen abenteuerlichen Trip voller Rätsel, bei dem sie sich auch noch den Maskenmann und Leos Gang vom Leib halten müssen. Ein fantasievoller Abenteuerfilm, der mit seinen historischen Anspielungen und Fahrradstunts ein bisschen an Indiana Jones denken lässt.

„Eine moderne Pippi Langstrumpf“ Film Dienst
„Ein bezaubernder Kinderfilm“ Stuttgarter Zeitung

 

Sa 22.04./So 23.04., Sa 29.04./So 30.04.
16:00 Uhr

MEIN LEBEN ALS ZUCCHINI
Animation – Regie: Claude Barras
D 2016, 64 Min., FSK: 0
Zucchini – so lautet der Spitzname eines kleinen, neunjährigen Jungen, der nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter mit einem neuen Leben konfrontiert wird. Der fürsorgliche Polizist Raymond bringt ihn ins Heim zu Madame Papineau, wo er fortan mit anderen Kindern aufwächst und seinen Platz in der Gesellschaft sucht. Das Zusammenleben ist nicht immer einfach, denn auch der freche Simon, die besorgte Béatrice, die schüchterne Alice, der etwas zerzauste Jujube und der verträumte Ahmed haben bereits viel erlebt. Aber sie raufen sich zusammen und geben einander Halt auf dem Weg, ihr Leben in ruhigere Bahnen zu lenken. Eines Tages stößt die mutige Camille zu ihnen, und Zucchini ist zum ersten Mal im Leben ein bisschen verliebt: Camille ist einfach wunderbar! Doch ihre Tante plant, die kleine Gruppe auseinander zu reißen und Camille zu sich zu holen. Können Zucchini und seine Freunde dies verhindern?

MEIN LEBEN ALS ZUCCHINI ist ein beeindruckender, warmherziger Animationsfilm für die ganze Familie, der von der Schweiz ins Rennen um eine Nominierung für die 89. Academy Awards in der Kategorie „Fremdsprachiger Kinofilm“ gebracht wurde. In detaillierter, farbenfroher Stop-Motion-Technik präsentiert Regisseur Claude Barras in seinem Langfilmdebüt mehr als kurzweilige Familienunterhaltung: Ihm gelingt es auf leichtfüßige, aber lehrreiche Art und Weise, die unterschiedlichen, schwierigen Biografien der Kinder auf behutsame Weise zu beleuchten und somit einen pädagogisch wertvollen Beitrag zu schaffen, der Kinder, Eltern und Erzieher gleichermaßen begeistern wird. Das Drehbuch ist von Céline Sciamma (u.a. Tomboy). Der stimmungsvolle Soundtrack stammt aus der Feder der bekannten Songwriterin Sophie Hunger.

„Der Trickfilm ist völlig zurecht für den Oscar nominiert.“ FAZ

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SONDERVORSTELLUNGEN:

am Do. 30.03.2017 – 18:00 Uhr – PREMIERE von GAZA SURF CLUB
in Anwesenheit von den Regisseuren Philip Gnadt und Mickey Yamine

am Mi. 26.04.2017 – 18:00 Uhr – Film: HITLERS HOLLYWOOD FILMGESPRÄCH in Anwesenheit von Regisseur und Filmkritiker RÜDIGER SUCHSLAND