bvft beteiligt sich an Vergütungsverhandlungen mit ARD und Produzenten


14. Juli 2016: Die Berufsvereinigung Filmton (bvft) schließt sich den von ver.di und dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) angestoßenen Verhandlungen mit der ARD, der Degeto und der Produzentenallianz über angemessene urheberische Vergütungen bei Fernsehauftragsproduktionen an.

Seit seiner Neufassung im Jahr 2002 verlangt das Urhebergesetz angemessene Vergütungen bzw. Folgevergütungen für Urheber bei der Nutzung ihrer Werke. In einer allumfassenden Branchenlösung zwischen Sendern, Produzenten und kreativen Filmschaffenden sollen diese jetzt endlich in Form eines Tarifvertrags oder einer gemeinsamen Vergütungsregelung auch für den TV-Bereich festgelegt werden, nachdem 2013 ein Ergänzungstarifvertrag zur Erlösbeteiligung der Filmschaffenden für Kinofilme ausgehandelt worden war. Im TV-Bereich fehlte eine solche Vergütungsregelung bisher.

Nach zwei Sondierungstreffen Anfang des Jahres haben die Verhandlungen um Vergütungen für Urheber und ausübende Künstler bei Fernseh-Auftragsproduktionen am 30. Juni 2016 offiziell begonnen. Die bvft arbeitet eng mit dem Verband deutscher Tonmeister (VDT) zusammen, um für die an TV-Auftragsproduktionen beteiligten Tongestalter die berechtigten Anteile und Grundvergütungen zu verhandeln.

Tariflich geregelt sind zurzeit nur die Mindesthonorare der Originaltonmeister und ihrer Assistenten. An einer zeitgemäßen (TV-)Filmtongestaltung sind aber ebenso Geräuschemacher und -tonmeister, Soundeditoren, Sounddesigner und Mischtonmeister beteiligt. Ihre Klangschöpfungen sind zu einem wichtigen filmischen Mittel geworden und machen einen Großteil der emotionalen Dichte eines Films aus. Erklärtes Ziel der bvft ist es daher, eine Vergütungsregelung und urheberische Erlösbeteiligung zu erzielen, die dem Stellenwert der Tongestaltung bei modernen TV-Produktionen gerecht werden.

„Seit den 90er Jahren haben sich die dramaturgischen Gestaltungsmöglichkeiten und die kreative Praxis des Filmtons enorm weiterentwickelt – auch im TV-Bereich.“ erklärt der geschäftsführende bvft-Vorstand Christoph Oertel. „Angemessene Vergütungen wurden aber gerade in der Postproduktion nie geregelt, so dass sich am Markt Strukturen wild entwickelt haben, die schon lange nicht mehr dem künstlerischen Stellenwert der Tongestaltung innerhalb der Filme und ihrer Verantwortung für den Erfolg eines Films gerecht werden. Die angestrebten Regelungen und Beteiligungen im TV-Bereich sind daher überfällig.“

Über die bvft:

Die Berufsvereinigung Filmton e.V. (bvft) ist ein im Jahr 2003 gegründeter Verein, der die Belange der professionellen Filmtonschaffenden in Deutschland vertritt. Sie setzt sich für die Wertschätzung des Filmtons gegenüber Fernsehsendern, der Filmwirtschaft und in der Öffentlichkeit ein und ist Kommunikations- und Expertenplattform für technische, kreative und rechtliche Themen.
Die ca. 350 Mitglieder der bvft kommen aus allen Bereichen der Filmtonproduktion und -postproduktion. Sitz der bvft ist Berlin, es gibt Regionalgruppen in München und Köln.
Zu den regelmäßigen Aktivitäten der bvft gehören Veranstaltungen auf Filmfestivals, Jour-Fixe-Abende zu aktuellen Themen und die jährliche Herausgabe des bvft Filmton Guides.

Weitere Informationen zur bvft, sowie Pressematerialien und viele relevante News finden Sie auf der Website der Berufsvereinigung, sowie auf der Facebookseite.